Ballungsräume

Die steigende Bevölkerungszahl in Deutschland bedingt eine ständige Ausweitung der Ballungsräume. Unser Land befindet sich in einem Prozess der Verstädterung, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Die Stadt drängt das Land zurück.

Einhergehend mit dieser Entwicklung findet eine Konzentration der Wohnbevölkerung nach ethnischen und geografischen Gesichtspunkten statt. Die deutsche Bevölkerung strebt von der Stadt aufs Land, weil für sie das Leben in den Ballungsräumen immer belastender wird. Ausländische Einwanderer drängen in die Großstädte und verstärken dort die ethnischen Kolonien. Die Folge ist, dass den Großstädten immer mehr Steuerzahler verloren gehen und sie dafür mehr Sozialhilfeempfänger bekommen.

Statt die Ursachen des Übels durch eine Änderung der Ausländer- und Sozialpolitik zu beseitigen, versuchen die etablierten Parteien die Symptome zu kurieren. Um die Zahlungsunfähigkeit und Verslumung der Großstädte hinauszuzögern, betreiben sie eine noch großflächigere Ausbreitung der Ballungsräume. Stadtflucht soll sich nicht lohnen. In Hannover heißt dieses Projekt "Region Hannover", durch das die Stadt mit dem Landkreis verschmolzen wurde.

Gelingt es den Großstädten, die umliegenden Landkreise und Gemeinden einzugemeinden, werden diese neu entstandenen Gebilde nach großstädtischen Gesichtspunkten verwaltet. Ihr höheres Steueraufkommen ist zur Sanierung der Großstadtfinanzen willkommen, ihr Grund und Boden wird noch schneller zubetoniert, weil er jetzt zu einem Ballungsraum gehört. Ein entscheidendes Mitspracherecht in den Angelegenheiten, die sie zuvor eigenständig geregelt hatten, haben die eingemeindeten Kreise und Gemeinden nicht mehr.

Jedes der geplanten Gebilde, gleich welchen Namen es trägt, führt zu einer weiteren Zersiedelung der Landschaft und Überwucherung ländlicher Bereiche mit all den Verwerfungen, vor denen die deutschen Bürger ins Umland flüchten. Die Niedersächsische Partei lehnt eine Ausbreitung der Ballungsräume im dicht besiedelten Deutschland aus ökologischen und sozialen Gründen ab.

Die Natur ist unsere Lebensgrundlage und bedarf eines nachhaltigen Schutzes. Intakte soziale Strukturen finden sich mehrheitlich auf dem Land, nicht mehr in Großstädten. Dort sind sie stellenweise bereits völlig zerstört. Aufgabe der Politik in einer ethnisch immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft muss es sein, den Niedergang der Großstädte aufzuhalten, nicht das Land zur Stadt zu machen.

Mit dem Begriff ländlicher Raum verbindet man heute nicht mehr eine gewisse Rückständigkeit wie in den vergangenen Jahrhunderten. Das Gegenteil ist der Fall. Das Land gewinnt zunehmend an Akzeptanz gegenüber der Stadt.

Die moderne Technologie macht den Menschen unabhängiger von festen Arbeitsplätzen. Dieser Trend wird sich in Zukunft verstärken und dazu führen, dass qualifizierte Arbeitsplätze standortunabhängig geschaffen werden können. Die heute noch vielerorts gültige Regel, dass man in der Stadt das Geld verdient, aber auf dem Land wohnt, wird zunehmend relativiert. Zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ist eine Ausweitung der Ballungsräume nicht erforderlich.

Die Niedersächsische Partei bekennt sich zur Eigenverantwortung der Länder, Kreise und Gemeinden. Ein finanzieller Lastenausgleich zwischen Großstädten und umliegenden Kreisen ist in beide Richtungen vorzunehmen, wenn die Ungleichgewichte zu groß werden. Können aber die Großstädte ihre finanziellen Lasten nicht mehr tragen und ihrer sozialen Probleme nicht mehr Herr werden, hat der Bund einzugreifen, der für diese Missstände die alleinige Verantwortung trägt. Die Niedersächsische Partei lehnt alle Versuche ab, die Probleme der Großstädte auf das Land abzuwälzen.

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