Der bäuerliche Familienbetrieb ist allen anderen Organisationsformen in der Landwirtschaft überlegen. Er zeichnet sich durch besondere Flexibilität aus, vermag sich den regionalen und klimatischen Bedingungen gut anzupassen und erfüllt darüber hinaus ökologische und gesellschaftliche Funktionen. Landwirte erhalten und pflegen unsere Landschaft, leisten einen erheblichen Beitrag zur Lebensfähigkeit des ländlichen Raumes und prägen seine Sozialstruktur. Die bäuerliche Familie muss selbständig und frei über ihren Hof bestimmen können, soll sie weiterhin diese Aufgaben erfüllen.
Agrarfabriken bergen unübersehbare Risiken für die Gesundheit der Tiere und die Unbedenklichkeit der pflanzlichen Produkte. Erkrankungen der Tiere an BSE und ansteckende Seuchen haben Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette und bedrohen den Menschen. Die Herkunft der Pflanzen, Tiere und Futtermittel muss jederzeit nachvollziehbar sein. Bei einer grenzüberschreitenden Agrarindustrie ist dieser Nachweis schwer zu führen.
Die supranationale Agrarpolitik der EU setzt der Freiheit des Landwirtes als Unternehmer enge Grenzen. Der Zwang, dass alle Bauern in der EU unabhängig von den Besonderheiten der heimatlichen Landschaft unter den gleichen Bedingungen produzieren müssen, hat eine Agrarbürokratie geschaffen, die ein Netzwerk von Verordnungen und Regulierungen hervorgebracht hat. Ihr System ist mit dem einer Planwirtschaft vergleichbar. Unter ihrem Einfluss mussten in den letzten beiden Jahrzehnten in Deutschland mehr als eine Million Betriebe schließen. Die Brüsseler Agrarbürokratie widerspricht dem Subsidiaritätsprinzip, das für die Niedersächsische Partei Leitlinie des Handelns ist.
Im Zeitalter der Globalisierung und der freien Märkte kann die Landwirtschaft nicht länger eine von der EU-Bürokratie gepflegte und mit Milliarden bezuschusste Oase der Planwirtschaft bleiben. Subventionierte Überschüsse, Zuschüsse für Flächenstilllegungen, subventionierte Überschussvernichtung passen nicht in das Konzept einer Marktwirtschaft. Wenn man den deutschen Landwirten die Möglichkeit wiedergibt, unternehmerisch zu handeln, werden sie, wie die Wirtschaft auch, im Konkurrenzkampf mit anderen Anbietern bestehen. In einer Übergangsphase kann ein hinreichender Außenschutz im weltweiten Wettbewerb notwendig werden.
Die Niedersächsische Partei fordert, die Verantwortung für die Landwirtschaft nicht länger bei der EU zu belassen. Die wesentlichen Befugnisse sind den Bundesländern zu übertragen. Sie sind am ehesten in der Lage, ökonomisch und ökologisch richtig zu handeln.