Raumordnung und Umwelt

Deutschland ist eines der am dichtesten besiedelten Länder Europas. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges steigt die Einwohnerzahl ständig an. Zuerst suchten die Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten eine neue Heimat, dann warben Bundesregierung und Großkonzerne Gastarbeiter aus Europa und der Türkei an. Durch die Gastarbeiter wurde die Schleuse zur Masseneinwanderung geöffnet. Heute leben nach offiziellen Angaben mehr als 82 Millionen Menschen in Deutschland, die Illegalen nicht mitgerechnet.

Alle hier Lebenden wollen am Wohlstand teilhaben. Wohlstand belastet in der Regel die Natur. Die Ansprüche an Wohnraumgröße, Qualität der Arbeits- und Freizeitstätten, Verkehrswege usw. steigen und bedingen einen fortwährenden Landschaftsverbrauch. Jeden Tag wird in Deutschland eine Fläche versiegelt, die der Größe von 160 Fußballfeldern entspricht. Heute ist in unserem Land bereits doppelt so viel Boden überbaut wie im Jahr 1912.

Ballungszentren breiten sich auf Kosten des Umlandes immer weiter aus, die Einwohner müssen oft weite Strecken zurücklegen, um zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen. Dadurch wird der Straßenverkehr intensiviert mit negativen Folgen für das Klima. Wohlstand bedingt aber auch einen hohen Bedarf an Energien und belastet die Umwelt mit großen Mengen Abfall und Schadstoffen.

Wird Wohlstand nur auf Kosten der Natur geschaffen, braucht man auf die Folgen nicht lange zu warten. Begradigte Flusssysteme bescheren den Anwohnern in regelmäßigen Abständen ein "Jahrhunderthochwasser", der Wald kränkelt, viele Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Der Mensch zerstört langsam, aber sicher, seine eigene Lebensgrundlage.

Die Niedersächsische Partei will durch gezielte Maßnahmen unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten. Zunächst ist es notwendig, in besonders belasteten Gebieten weitere verdichtende Bebauung zu unterbinden. Unnötige Umweltbelastung durch wachsenden Verbrauch kann so wirkungsvoll verhindert werden.

Ein oft diskutiertes, aber immer wieder verschobenes Bundesgesetz zum Schutz des Bodens ist zu verabschieden. Überschwemmungsgebiete in Flusssystemen sind weder zu bebauen noch für den Fremdenverkehr zu nutzen. Die natürlichen Auslaufflächen der Gewässer sind dort, wo notwendig, wieder herzustellen. Steuerliche Entlastung soll sich in erster Linie an der Umweltfreundlichkeit von Technologien orientieren. Anreize für sparsamen Energie- und Rohstoffverbrauch sind zu schaffen.

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