Die Niedersächsische Partei bekennt sich zur sozialen Marktwirtschaft. Mit ihr wurde beim Wiederaufbau Deutschlands die Grundlage für eine stabile Währung und einen im internationalen Vergleich hohen Lebensstandard geschaffen.
Die zunehmende Globalisierung aller Bereiche unseres Staates bedroht die soziale Marktwirtschaft, weil Entscheidungen über die Wirtschafts- und Finanzordnungen der Staaten immer mehr von den gewählten Regierungen auf die Vertreter großer weltweit operierender Konzerne und Banken ("global players") verlagert werden. Diese sind mehr an ihrer Gewinnmaximierung als am Wohlstand der Bevölkerung interessiert. Für den globalisierten Markt ist die Verlagerung von Teilen der Industrieproduktion von Hochlohnländern, zu denen Deutschland zählt, in Billiglohnländer eine Selbstverständlichkeit. Um die sozialen Folgen kümmern sich die "global players" nicht.
Einerseits kann unsere Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht ausschließlich im Rahmen des Nationalstaates betrieben werden, da die internationalen Verflechtungen dies nicht zulassen. Andererseits kann es auf Dauer nicht funktionieren, dass Länder mit hohem Lohnniveau durch Zollfreiheit mit Ländern niedrigsten Lohnniveaus vereinigt werden. Die Globalisierungsverlierer wären in jedem Fall die Arbeitnehmer in den Hochlohnländern, die verstärkt in die Arbeitslosigkeit abgleiten würden.
Vorrangige Aufgabe staatlichen Handelns muss es daher sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die verhindern, dass Produktionsstätten von Deutschland ins Ausland verlagert werden. Gut ausgebildete Arbeitnehmer und eine stabile Währung waren bislang die Stärken des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Diese Faktoren dürfen nicht beeinträchtigt werden, sonst wird Deutschland im internationalen Vergleich chancenlos. Nach Meinung der Niedersächsischen Partei kann es einen liberalisierten Markt nur zwischen Staaten geben, die neben einer gleichen Wirtschafts- auch eine gleiche Sozialordnung haben. Selbst innerhalb der EU ist dieses Ziel noch nicht erreicht. Ein gemeinsamer Markt, der innerhalb der EU noch nicht funktioniert, kann weltweit erst recht nicht funktionieren.
Der Globalisierung kann sich Deutschland nicht entziehen. Der Staat kann sie jedoch beeinflussen. Die Globalisierung zwingt uns, nur noch diejenigen ins Land zu lassen, die in den Wirtschaftsprozess eingegliedert werden können. Die Zeiten, in denen sich Deutschland als Sozialamt für die ganze Welt zuständig fühlte, sind endgültig vorbei. Den Konkurrenzkampf mit den Billiglohnländern, vor allem mit denen in Asien, kann Deutschland nur bestehen, wenn es verstärkt auf die Faktoren Bildung und Ausbildung, soziale und ökonomische Sicherheit und Rationalisierung setzt. Das Kapital geht dorthin, wo es sich am schnellsten vermehrt. Diesen Grundsatz wird keine Heilslehre außer Kraft setzen können.
Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft. Nach dem Verständnis der Niedersächsischen Partei hat die Wirtschaft einen hinreichenden Wohlstand zu schaffen. Die Eigentumsfrage ist der entscheidende Faktor für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Nur Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen, die sich zum Privateigentum bekennen und es schützen, erlangen Wohlstand. Die sozialistische Gesellschaftsordnung hat sich als Irrlehre erwiesen, weil sie vom Grundsatz her das Privateigentum verneinte. Gesellschaften, deren Bürger alles entwenden, was nicht niet- und nagelfest ist, entwickeln ebenfalls kein positives Verhältnis zum Privateigentum und bleiben immer Kostgänger. Eigentum ist die Voraussetzung für einen hinreichenden Wohlstand. Eigentum durch Leistung zu schaffen ist das Leitmotiv der Wirtschaftspolitik der Niedersächsischen Partei.
Eine leistungsfähige Volkswirtschaft braucht Wettbewerb auf allen Ebenen. Der Staat hat lediglich die Rahmenbedingungen zu schaffen, d.h. feste Regeln zu erlassen, um Machtmissbrauch und Beeinträchtigungen des Gemeinwohls zu verhindern. Der Wettbewerb hat beim Arbeitnehmer zu beginnen. Seine Leistung muss sich lohnen. Wer leistungsfähig ist, aber nichts leisten will, bekommt auch nichts. Es darf nicht sein, dass die Leistungswilligen für die Leistungsunwilligen aufkommen müssen. Das ist der Kern der sozialen Gerechtigkeit.
Ein breiter Mittelstand ist ein Garant für funktionierenden Wettbewerb, individuelle Aufstiegschancen und Leistungsbereitschaft. Mittelständische Unternehmen können flexibler als Großunternehmen auf Marktveränderungen reagieren, ohne Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Um Chancengleichheit herzustellen, müssen verstärkt Wettbewerbsnachteile gegenüber mittelständischen Unternehmen abgebaut werden, insbesondere im Steuerrecht.
Nur die Stabilität des Geldwertes ermöglicht eine effiziente Wirtschaftsordnung. Der stabilen D-Mark verdankt Deutschland ganz entscheidend seinen Wohlstand. Die weltweit geschätzte D-Mark haben die etablierten Parteien ohne Not der Kunstwährung EURO geopfert.
Die Niedersächsische Partei lehnt den EURO sowie die Art und Weise seiner Einführung gegen die erklärte Mehrheitsmeinung der Bürger ab. Der EURO untergräbt unseren Wohlstand. Eine gemeinsame Währung ist nur mit Staaten möglich, deren Steuer- und Sozialsysteme angeglichen sind und die die gleichen Vorstellungen zur Geldwertstabilität und Unabhängigkeit der Notenbank haben. Die Niedersächsische Partei wird auf einen Austritt aus der europäischen Gemeinschaftswährung hinarbeiten.
Die Schuldenlast engt den Handlungsspielraum des Staates drastisch ein. Trotz Sparmaßnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden wächst der Schuldenberg weiter. Eine Trendwende ist nur zu erreichen, wenn der aus den Fugen geratene Sozialetat einschneidend gekürzt wird.
Der Staat darf nicht zum Mittel der Steuererhöhung greifen, um seine Haushalte zu finanzieren. Zusätzlich von der EU erhobene Steuern haben keine Berechtigung. Die Aufgaben von Bund und Ländern sind klarer voneinander zu trennen. Dieser Grundsatz hat auch für die vom Bund und von den Ländern erhobenen Steuern zu gelten. Den Bundesländern soll es erlaubt sein, ihre Steuersätze nach eigenem Ermessen festzulegen. So entsteht ein innerstaatlicher Wettbewerb.